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Heckenrose Rosa corymbifera

Andere Namen:

Hundsrose, Wildrose, Heiderose

Familie:

Rosengewächse (Rosaceae)

Beschreibung:

Die Heckenrose ist botanisch gesehen eine Art der Hundsrose. Die Hecken-Rose wächst als sommergrüner, breitwüchsiger Strauch und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 3 Metern. Die Stacheln sind kräftig, hakig. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind unpaarig gefiedert mit fünf bis neun eng zusammenstehenden Fiederblättchen. Die Fiederblättchen sind dünn und bei einer Länge von 2,5 bis 4 Zentimetern rundlich-eiförmig bis elliptisch mit stumpfem oberen Ende, meist beiderseits behaart.
Die Blütezeit der Heckenrose ist im Juni. Die Blüten stehen einzeln oder zu vielen zusammen. Die meist relativ langen Blütenstiele sind wie der Blütenbecher meistens behaart. Die Blüten sind 4 bis 5 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind mäßig gefiedert, auf der Rückseite meist kahl, selten etwas drüsig, nach der Anthese zurückgeschlagen und hinfällig. Die fünf Kronblätter sind weiß bis zartrosafarben. Die Griffel sind frei und sie ragen nicht oder nur leicht hervor. Die Heckenrose unterscheidet sich von der Hundsrose mit ihren größeren Blüten und ist weitgehend ohne Stacheln. Alle Rosen fruchten mit der Hagebutte. Diese Sammelfrucht, die viele kleine Nusse enthält ist sehr bekannt, ihre Heilwirkung ist anerkannt. Bei jeder Verwendung von Rosenblüten ist es wichtig, dass die Rosen nicht behandelt wurden – deshalb eignen sich Rosen aus dem Blumenhandel nicht.

in der Volksheilkunde
Rosenblütenblätter wurden vom HMPC1 als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können Rosenblütenblätter äußerlich bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum (als Mundspülung) und bei leichten Hautentzündungen angewendet werden. Der Tee beruhigt die Nerven und hilft bei Kopfschmerzen. Bei Erkältungen hilft ein Tee aus der Hagebutte, die man frisch oder getrocknet mit heißem Wasser überbrüht. Naturkosmetikprodukten verleiht sie einen Hauch von Luxus. Als Gesichtswasser wirkt Rosenwasser antibakteriell und somit gegen Hautunreinheiten. In der ätherischen Kosmetik wird Rosenduft als stimmungsaufheiternd und Seele-öffnend geschätzt.

Rosentee
1 TL getrockneten Rosenblüten (nur ungespritzte Blüten) pro Tasse Wasser. Diesen Tee lässt man fünf bis zehn Minuten ziehen. Er wird dann rosa und schmeckt leicht adstringierend.Man kann den Rosentee mit Honig süssen.

Rosen-Bademilch
4-5 Esslöffel Sahne, 3-5 Tr. echtes ätherisches Rosenöl. Sahne in ein Schälchen geben und das ätherische Rosenöl dazu, gut durchrühren und in die mit warmem Wasser gefüllte Badewanne geben.

Rosenwasser
200g duftende, frische Rosenblätter 0,5 Liter destilliertes Wasser destillierte Wasser und Rosenblätter in einen Topf geben. Zwei Tage lang ziehen lassen. Rosenblätter absieben, zum zweiten Mal 100g der frisch geschnittenen Rosenblätter hinein und den Sud wieder zwei Tage lang ziehen lassen, absieben und abfüllen. Kühl lagern.

Rosen-Augenkompressen
Durch das Heizen wird im Winter die Raumluft trockener und belastet unsere Augenschleimhäute. Zwei Wattepads mit Rosenwasser getränkt und auf die Augen gelegt, ist eine Wohltat für unsere Augen. Rosenwasser wirkt entspannend und zugleich antiseptisch 

in der Küche

Apfel-Rosen-Kaltschale
1 kg säuerliche Äpfel , 1/2 l Apfelsaft, 2 TL Stärkemehl, 125 g frische Blütenblätter von Duftrosen, 125 g Schlagsahne, 2 TL Puderzucker. Die Äpfel schälen und in Stücke schneiden, mit dem Apfelsaft in einen Topf geben, aufkochen und vom Herd nehmen.
Das Stärkemehl mit 2 EL Apfelsaft anrühren und unter die Apfelmischung rühren. Die Blütenblätter verlesen, kalt abspülen und abtropfen lassen. Eine Hand voll zum Garnieren beiseite legen, den Rest unter die Äpfel mischen. Unter vorsichtigem Rühren kurz aufkochen, bis durch die Stärke eine leichte Bindung entsteht. Abkühlen lassen und kalt stellen. Die Kaltschale in Teller füllen, mit den restlichen Blütenblättern bestreuen. Sahne mit Puderzucker nicht zu steif schlagen und getrennt dazu reichen.

Rosenblüten kandieren
10 Rosenblüten, 1 Handvoll Rosenblätter, 1 Eiweiß, 1 EL Wasser, 150 g Zucker. Das Eiweiß mit dem Wasser verrühren. Blüten und Blätter mit dem Eiweiß bepinseln. Sorgfältig mit Zucker bestreuen und auf einem Kuchengitter über Nacht an einem trockenen Ort trocknen lassen oder im Ofen bei 50°C ca. etwa 1-2 Stunden langsam trocknen lassen.

als Räucherwerk

Rosen entwickeln beim Räuchern einen süßen sinnlichen Duft, der nicht sehr intensiv ist. Ihre Wirkung ist belebend und gleichzeitig entspannend. Der Duft schenkt inneren Frieden und innere Ruhe, beseitigt Ängste und macht zuversichtlich, schenkt inneren Frieden und innere Ruhe.

Sagen & Legenden

Karl der Große und die Rose
Karl der Große spielte durch seine Landgüterverordnung eine Rolle in der Geschichte der Rose. Während zu Zeiten des Römischen Reiches (und überhaupt in der Antike) Rosen eine große Bedeutung hatten, geriet die Rose danach zunächst in Vergessenheit. Erst Karl der Große (768-814) brachte mit seiner sogen. Landgüterverordnung (Capitulare de villis vel curtis imperii) Rosen (um 812) wieder ins Gespräch. Da es zu diesen Zeiten keinen eigentlichen Regierungssitz gab, regierte er gewissermaßen mobil, d. h. er machte während seiner vielen Reisen Station auf seinen sogenannten Pfalzen. Burgähnlichen Anlagen, meist mit „Palast“, Burgkapelle und Gutshof, dabei galt es, die Versorgung seines Trosses und die seiner dort Beschäftigten sicher zu stellen. Er erließ die Landgüterverordnung, in der neben anderen Regularien (z. B. Bewirtschaftung der Felder, Viehzucht, Weinbau, aber auch eine Abgaberegelung, u. s. w.) festgelegt war, dass rund 80 Nutzpflanzen und Heilkräuter, sowie knapp 20 Obstbäume auf jedem seiner Güter anzubauen und zu bewirtschaften wären. Auf der Pflanzenliste waren u.a. Rosen aufgeführt. Bei dieser Rose handelte es sich um die sogen. „Hundsrose“, die Rosa canina. In Mitteleuropa ist sie fast überall verbreitet, auch ohne besonderen Anbau. Die meist nur leicht duftenden und nicht lange haltbaren Blüten entfalten sich zur typischen Rosenblütezeit ab Juni. Damals ging es Karl dem Großen wohl darum, die Rose als Heilmittel (Blätter, Hagebutten) zu nutzen und in seinen Pfalzen über entsprechende Vorräte zu verfügen, denn die Hundsrosen sind besonders wegen ihrer süßsäuerlichen roten Hagebutten (Sammelnussfrüchte) beliebt, die mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt die Abwehrkräfte steigern.

„Das Festival der Rosen“
Das „Festival der Rosen“ ist eine beindruckende, regionale Veranstaltung im Jahreskalender der kleinen Berberstadt El-Kelâa M‘Gouna am Fuß des Hohen Atlas, die die Bedeutung der jährliche Rosenblätterernte hervorhebt. Drei Tage im Mai dreht sich dort alles um die Königin der Blumen. Die Überlieferung sagt, dass die „Rosa Damascena“ im 10. Jahrhundert von einer Gruppe von Berberpilgern, die auf der Rückkehr von MEKKA waren, mitgebracht worden ist. Sie waren von der Schönheit und dem Duft dieser Blume so beeindruckt , dass sie sie unbedingt zu Hause zeigen wollten. Sie brachten einige Rosen zurück und pflanzten sie in der Gegend von Kelaat M‘ Gouna wieder ein. Die Samen, die unterwegs auf den Boden gefallen sind, haben gekeimt und später geblüht und wurden zu herrlichen Rosensträuchern.

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