Huflattich

Huflattich Tussilago farfara

Andere Namen:

Tabakkraut, Ackerlattich, Brustlattich, Lehmblümlein, Märzblume

Familie:

Korbblütler (Asteraceae)

Beschreibung:

Der Huflattich ist relativ weit verbreitet und in vielen Ländern Europas, Afrikas sowie Westasiens heimisch. Huflattich zählt zu den Pflanzen, die sich als erstes auf den unwirklichsten Untergründen ansiedelt – egal ob Kiesbett, Straßenrand oder Kohle: Huflattich wächst nahezu überall und ist mit den strahlend gelben Blüten sofort zu erkennen. Der Hutlattich erreicht meistens Wuchshöhen zwischen 15 und 30 cm, je nach Standortbedingungen und Winterhärte. Die Pflanze ist frosthart, winterhart und mehrjährig. Die langgestielten Blätter des Huflattichs haben eine etwas eckige Form, sind leicht gezähnt und erinnern an einen typischen Huf. Die Unterseite der bis zu 20 cm breit werdenden Blätter fühlt sich aufgrund der vielen kleinen Blatthaare weich an. Auf der Oberseite sieht man im Gegensatz zur Blattunterseite deutliche Blattadern. Der Huflattich hat auffällig gelbe Blüten, die zwischen Februar und April zum Vorschein kommen. Die Pflanze ist ein klassischer Frühblüher. 1994 war Huflattich die Heilpflanze des Jahres.

in der Volksheilkunde

Huflattich ist für seine schleimlösende Wirkung bekannt und ein erprobtes Heilkraut im Beeich der Bronchien z.B. Bronchitis, Husten, heiserkeit und allgemeine Erkältung. Hier wird er als Tee oder Gurgellösung verabreicht. Es werden Blätter und Blüten genutzt. Auch wird Huflattich bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt, da die in der Heilpflanze enthaltenden Pflanzenschleimstoffe sowie die Bitterstoffe gegen Entzündungen, Verstopfungen und Durchfällen helfen.
Auch bei Hautproblemen wird er gerne eingesetzt z.B. wird huflattichhaltiges Shampoo bei Juckreiz und Schuppen angewendet. Wegen der entzündungshemmenden Inhaltsstoffe hilft er auch bei kleineren Schürfwunden, Pickeln, Hautunreinheiten, trockener Haut und Ekzemen.
Vorsicht: Schwangeren Frauen, stillenden Müttern, Kindern und Menschen mit Erkrankungen der Leber wird von der Einnahme abgeraten. Selbstgeerneter Huflattich eignet sich wegen der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide  nicht zur Dauereinnahme. Mittlerweile gibt es in Apotheken mittlerweile auch die pyrrolizidinalkaloid-freie Sorte  zu kaufen.

Huflattichhonig
Ein sauberes Schraubglas mit Huflattichblüten befüllen, mit Honig auffüllen bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Das Glas verschließen und ca. 4 Wochen ziehen zu lassen. Die dünnflüssig gewordene Huflattichhonigmasse abseihen.

Huflattichsirup
Zutaten: 1 Handvoll Huflattichblätter, je 1 unbehandelte Orange und Zitrone (Schale muss verzehrbar sein), 300 gr Honig
Für den Sirup werden die Blätter des Huflattich genutzt  – sie enthalten weniger Pyrroliidinalkaloide.
Eine Handvoll Huflattichblätter  werden grob zerkleinert und dann mit dem Wasser angesetzt und aufgekocht. Die Schale und der Soft der Zitrone und Organe hinzugeen und bei milder Hitze simmern lassen.
Die Flüssigkeit abseihen und mit dem Honig verrühren. Die Flüssigkeit sollte nicht mehr zu heiß sein, um die Vitamine im Honig zu erhalten. Anschließend alles in eine dunkle Flasche abfüllen und beschriften.
Gegen den Husten 1x tgl. 1 TL im Mund zergehen lassen.

Huflattich-Fußbad
Nach einem langen Tag auf den Beinen kann man seine geschwollenen Füsse durch ein Fussbad mit Huflattich lindern. Dazu je 1 Handvoll frische Huflattich- und Spitzwegerichblätter in kaltem Wasser einige Stunden ziehen lassen. Vorsichtig erwärmen und in das Badewasser geben.

für die Schönheit
Huflattich-Haarspülung
3 TL Huflattichblüten mit 1/8 l kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
Abfiltern und abkühlen lassen. Dann die Haare damit nach dem Haarewaschen spülen – die Spülung muss nicht ausgewaschen werden.

Huflattich-Gesichtswasser
Zutaten: 5 Eßl. getrocknete Huflattichblätter, 500 ml Wasser, 20 ml Alkohol

Die getrockneten Blätter werden mit heißem Wasser überbrüht und 10 Minuten ziehen gelassen. Den Auszug abkühlen lassen und dann den Alkohol zugeben.

Das Gesichtswasser in eine dunkle Flasche füllen und innerhalb von 2 Wochen aufbrauchen.
Hilft bei Entzündungen oder Akne – dazu die empfindlichen Hautstellen betupfen oder ein Pad auflegen.

als Räucherwerk

Beim Räuchern verbreitet das ganze Kraut einen einen angenehmen, warmen, lieblichen, nussigen Duft. Eine Huflattich-Räucherung eignet sich gut, wenn die Liebe eingerostet ist. Sie bringt Sonne in die Herzen und
erinnert uns daran, dass nach einem Tief auch wieder ein Hoch kommt. Das Räucherwerk klärt unsere Gedanken wirkt antiseptisch, stärkend, heilend, schützend, aufbauend, reinigend.

Sagen & Legenden
  • Der Huflattich fand schon im ersten großen Kräuterbuch „Gart der Gesundheit“ von 1485 Erwähnung und wird dort als Mittel gegen „Grynt“ und „Pestillenz“ empfohlen.
  • Das Rauchen des Huflattich wurde früher bei Asthma und Bronchitis empfohlen. Der Rauch soll entkrampfend wirken und festsitzenden Schleim lösen.
  • Sein lateinischer Name „Tussilago farfara“ setzt sich aus „tussis“= Husten und „agere“ = vertreiben zusammen und bedeutet „Hustenvertreiber“. „far“= Mehl und „ferre“= tragen bezeichnen die weißfilzige Blattunterseite, welche aussieht wie mit Mehl bestäubt.
  • Die großen Blätter des Huflattichs sind unterseits weich behaart und werden daher von Naturfreunden auch als Wanderers Klopapier bezeichnet.
  • Nach antiker Überlieferung soll der Huflattich den blutigen Hufabdrücken der Centauren entsprossen sein, als diese mit den Menschen kämpften. Centauren sind Mischwesen mit einem menschlichen Oberkörper und dem Rumpf und Beinen eines Pferds.
  • Auch die Kelten weihten diese Pflanze den Pferdegöttinnen. Der gallischen Epona, der irischen Macha und der walisischen Rhiannon. Dort wo Epona auftrat, entsprangen der Erde unter ihren Hufen Huflattich.

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