Mädesüß Filipendula ulmaria

Andere Namen:

Spierstaude, Wiesen-Geißbart, Wiesenkönigin, süßes Mädchen,

Familie:

Rosengewächse (Rosaceae)

Beschreibung:

Mädesüß gehört in der botanischen Taxonomie zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und ist mit Kräutern wie Frauenmantel, Odermennig oder Wiesenknopf verwandt. Mit ihrem cremeweißen Bluten und dem hohen Blütenstand überragt das Mädesüß alle anderen Pflanzen einer Wiese. Es wächst gerne entlang von Wassergräben oder Bächen sowie auf Feuchtwiesen. Der Name Spirea stand Pate für das weltweit meistverkaufte Medikament – das Aspirin. Im Labor wurde aus den Salicylsäureverbindungen dieser Pflanze das Acetylsalicylat. Weil es  entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften besitzt wird das Mädesüß häufig zur Unterstützung bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Aber: Bei bestehender Salicylatüberempfindlichkeit sollte die Pflanze nicht eingesetzt werden!

in der Volksheilkunde

Mädesüßtee
Das Mädesüß enthält duftendes ätherisches Öl, Flavonglykoside und Gerbstoffe. Mit dieser Komposition lindert es Kopf- und Nervenschmerzen. Bei schmerzenden, rheumatischen Gelenken erwärmt es den Körper, hemmt die Entzündung und nimmt die Schmerzen. Bei Erkältungen und Virusinfektionen (Mumps und Windpocken) mit oder ohne Fieber hilft es dem Körper die Krankheitserreger auszuschwitzen und das Fieber zu senken.

Mädesüßwein – als Medizin
Blätter und Blüten von Mädesüß mit 0,7 Liter Weißwein übergießen, 2 Wochen stehen lassen und regelmäßig schütteln. Abfiltrieren und in Erkältungszeiten oder bei Kopf- und Rheumaschmerzen 1 Likörgläschen über den Tag verteilt trinken.

Mädesüßtinktur – als Einreibung bei schmerzenden Gelenken
2 Handvoll Mädesüßblüten und – blätter mit 500 ml etwa 40%igem Alkohol (z.B. Doppelkorn) übergießen, 4 Wochen stehen lassen, schütteln, abfiltrieren dann abfüllen. In dunkle Fläschchen füllen und schmerzende Gelenke einreiben.

Mädesüßtee – bei Erkältungskrankheiten und Fieber
1 TL Mädesüßblüten und –blätter mit 250ml kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen.

Variante: 15 g Holunderblüten, 15 g Lindenblüten, 10 g Mädesüßblüten und 10 g Hagebuttenschalen gut vermischen, davon 3 Teelöffel mit einer Tasse kochendem Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Mehrmals am Tag eine Tasse trinken.

Mädesüßkompressen – gegen Schmerzen
2-3 Handvoll Mädesüßblüten mit 1 Liter Wasser übergießen, erhitzen bis kurz vor dem Sieden und den Ansatz 10 Min. auf der heißen Herdplatte stehen lassen. Nach dem Absieben heiße Kompressen mit diesem Absud machen. Sie helfen bei rheumatischen Gelenkschmerzen, Arthritis und Gicht.

in der Küche

Mädesüßhonig
Mädesüßblüten mit flüssigem Honig übergießen und den Ansatz 2-3 Wochen stehen lassen. Schmeckt auch lecker auf Vollkornbrot.

Gewürzzucker
10 -12 Mädesüßdolden, 3cm Zimtrinde, 1 Vanilleschote,10 Sternanissamen, 3 Kardamomkapseln, 500 gr Zucker

Blüten von den groben Stielen abzupfen und zusammen mit der Zimtrinde, der Vanillestange, den Sternanissamen und dem Inhalt der 3 Kardamomkapseln im Multihacker zerkleinern. Nun den Zucker nach und nach hinzufügen. Die Mischung sollte sich nicht mehr klebrig anfühlen, dann ist sie fertig. Mischung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streuen und bei 50 Grad Ofentemperatur trocknen lassen. Die Mischung im Anschluss in einer Kaffeemühle mahlen oder mörsern, auch ein Mixer hilft beim Zerkleinern.

Limonade mit Mädesüß
Eine Handvoll Blüten, 500ml Wasser, 500ml Apfelsaft, Scheiben einer Bio Zitrone,

Blüten und die Zitronenscheiben für 24 Stunden in dem Wasser einlegen. Feste Bestandteile abfiltern, Apfelsaft dazu geben. Diese Limonade kann durch Aufkochen und Abfüllen in sterile Flaschen haltbar gemacht werden.

Mädesüss-Gelee mit Apfel
ca. 5 Hände voll Mädesüßblüten, 2l Apfelsaft, Saft von 2 Zitronen, 1 kg Zucker, 3 Päckchen Gelierzucker 3:1 oder Ersatzgeliermittel, 30g Zitronensäure

Die Mädesüßblüten werden zusammen mit dem Apfel- und Zitronensaft sowie etwas abgeriebener Zitronenschale aufgekocht. Der Saft wird anschließend über Nacht in den Kühlschrank gestellt damit die Flüssigkeit die Aromen optimal aus den Blüten entziehen kann. Der Mädesüßsaft wird nach einer Ziehdauer von mindestens zwölf Stunden mit einem Sieb von den Feststoffen getrennt und nochmals aufgekocht. Sobald der Saft kocht, wird das Gelierfix, der Zucker und die Zitronensäure untergerührt, bis sich alles aufgelöst hat. Das heiße Gelee kann nun in Marmeladengläser abgefüllt und verschlossen werden. Als Highlight kann noch einen Esslöffel Mädesüßblüten vor dem Verschließen in das Marmeladenglas gegeben werden. Hierbei ist zu beachten das Glas vor dem erkalten einige Male zu drehen, damit sich die Blüten gut verteilen.

als Räucherwerk

Das Mädesüß entwickelt beim Räuchern einen krautigen, würzigen Duft der an Tabak erinnert. Eine Räucherung damit fördert Neuanfänge und Übergänge, fördert die Intuition und das Traumbewusstsein, unterstützt Liebesräucherungen, alte Verhärtungen werden abgebaut, Gefühle kommem in Fluss, unser inneres Kind kann wieder unbeschwert lachen, wirkt stimmungsaufhellend.

Sagen & Legenden
  • Ein alter Brauch besagt, dass Mädesüß das Geschlecht eines Diebes bestimmen kann. Dazu wird die Pflanze in der Mittsommernacht gesammelt, in das Wasser gegeben und beobachtet. Sinkt die Pflanze, so war der Dieb ein Mann. Treibt sich jedoch auf dem Wasser dahin, so war eine Diebin am Werk.
  • Die Pflanze besticht durch ihren betörenden Duft, so ist es nicht verwunderlich, dass sie bei Liebesritualen gerne verräuchert wurde und auch heute noch Verwendung in der Kunst des Räuchern findet. Mädesüß, so heißt es, habe die Macht die wahre Liebe hervorzubringen. Frauen sollen an Beltane (1. Mai ) nur das Öl der Pflanzen einatmen und sie werden alsbald der Liebe ihres Lebens begegnen.
  • In alten Zeiten war es eine „Streublume“ – die Fußböden der Wohnungen wurden damit ausgestreut und „beduftet“, auch Tanzplätze oder Liebeslager. Dieser betörende Sommerduft erfreut die Sinne, belebt und macht fröhlich und wehrt Unheil ab. Er soll sogar das Leben verlängern. Das Mädesüß wurde auch zu Mittsommer gesammelt um es hernach zu bündeln und in das Gebälk von Haus und Stall zu hängen. Noch heute ist dieser Brauch in einigen Regionen üblich, so wird in der Steiermark von Sunnawendfäden gesprochen. Um den Frieden des Hauses zu wahren oder zurückzugewinnen wurden die Blüten des Mädesüß auch auf den Böden verstreut.
  • In Russland werden die Bienenstöcke mit den Blüten eingerieben, damit die Bienen nicht krank werden und mehr Honig produzieren.

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