Wildkräuter in der Stadt – ... und wie sieht`s mit Hundehäufchen aus?

Bald geht`s los: Der erste Kräuterspaziergang im Olympiapark startet! Ich freu mich schon, denn ich habe schon im letzten Jahr erkundet welche Fülle an Wildkräutern es im Olympiapark gibt….und auch welche Menge an Hunden….und partytüchtigen Festivalbesuchern von denen sich der ein oder andere auch gern mal ins Gebüsch verdrückt. Hmm…. ist da Kräuter sammeln nicht eigentlich eklig? ….und wie steht`s mit dem Fuchsbandwurm?

Dazu hier ein paar Überlegungen und Tipps 🙂

München bietet mit den vielen Parks und Grünflächen und auch besonders mit den Isarauen eine Vielzahl an Sammelmöglichkeiten. Hier lassen sich schnell und einfach Spitzwegerich, Franzosenkraut, Gundermann, Schafgarbe, Löwenzahn, Gänsefingerkraut, Wiesen-Bärenklau, Rotklee und viele ander Wildkräuter finden. Auch Holunder, Felsenbirnensträucher, Kornelkirsche und Ebereschen sind verbreitet und für den Eichelkaffee gibt ausreichend Eicheln, auch Lindenblüten, zarte Birkenblätter lassen sich sehr gut finden und ernten.

Gerade bei den Sträuchern und Baumfrüchten und jungen Blättern ist es einfach zu ernten ohne sich zuviel Gedanken um die Sauberkeit bzw. „Rückstände“ welcher Art auch immer machen zu müssen.

Anders sieht es mit den Kräutern aus. Um Gundermann, Löwenzahn, Braunelle, Wegeriche mit gutem Gefühl sammeln zu können, sucht man sich am Besten hundefreie Zonen und beachtet noch ein paar Tipps:

  • Hundefreie Zonen finden sich z.B. zwischen Brennesseln – die man bei der Gelegenheit auch gleich ernten kann 🙂 auch kriechen Hunde nicht gern unter Dornengestrüpp.
  • Eine Regel für mich ist auch min. 10 m Abstand zu stark befahrenen Straßen zu halten.
  • Auch an Böschungen über der „Pinkelhöhe“ lässt es sich gut sammeln
  • Zu Wegen in den Parks, rund um Bäume einfach großzügig Abstand halten.
  • Ebenso solltest du ein Auge darauf haben, nicht da zu ernten wo noch Altlasten z.B. von ehemaligen unsanierten Industriestandorten zu erwarten sein können, keine Kräuter am Rand von konventionell bewirtschafteten Feldern sammeln, diese könnten mit Pflanzenschutzmitteln gespritzt sein.
  • Ich gehe gerne nach ergiebigen Regengüssen – da ist dann schon mal vorgespült 🙂
  • Kräuter lassen sich natürlich auch waschen. Natürlich gibt es die zarten Blättchen von Ehrenpreis, die nach einer Wäsche etwas lapprig hängen. Aber Blätter von Löwenzahn, Wegeriche, Schafgarbe, Wiesenbärenklau… können durchaus gründlich gewaschen werden. Gewissensensfrage: Manche Kräutersammler empfehlen,  die Kräuter vor dem Verzehr normalerweise nicht zu waschen, da auf den Wildkräutern Mikroorganismen leben, die wichtig für den Menschen sind. Auf diese Weise kann dem menschlichen Organismus lebenswichtiges Vitamin B12 auf natürliche Weise zugeführt werden. Um mehr darüber zu erfahren, kannst du bei Franz Konz „Urkost“ nachlesen.
  • Wenn ich allerdings Blütten sammle und es mit z.B. wie bei Holunderblüten um den Blütenstaub geht, ist das nicht sinnvoll – da ist es wichtig „sauber“ zu sammeln. Das Bedeutet vor dem Pflücken z. B.nach Läusen, oder Verunreinigungen zu schauen – mit dem Blick darauf, dass ich das was ich hier pflücke auch so essen werde.
  • Hilfreich ist es auch, die Kräuter zuhause mit einem Tuch bedeckt etwas liegen zu lassen, damit Kleintiere noch flüchten können.
  • Dressing als Reinigungsmittel: Wusstest du das mit einem Dressing aus Essig und Öl der Keimgehalt an Bakterien um 90 % reduziert werden kann?

Also: wenn man Pflanzen erntet,  die man sorgfältig ausgewählt hat, wäscht und dann als Salat mit Essig verzehrt – spricht doch nichts gegen eine Ernte im Park?

…. und wie war das mit dem Fuchsbandwurm?

„Es gibt fast nichts, was seltener ist“, sagt Klaus Brehm, der den Fuchsbandwurm am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg erforscht. Glaubt man Schätzungen, werden jedes Jahr mehr Menschen vom Blitz getroffen.“ Zitat spiegel.de

Weil ich ja kein Arzt bin, kann ich nur glauben was zum Thema Fuchsbandwurm zu finden ist. Auf der Seite habe ich folgenden Absatz gefunden, der mir sehr logisch erscheint und sehr gut zusammenfasst was ich über den Fuchsbandwurm bisher gelesen habe:

„Die Fuchsbandwurmerkrankung gilt als anerkannte Berufskrankheit bei Landwirten. Zusätzlich scheint der Verzehr selbst angebauter Gemüse- und Gewürzpflanzen mit einem erhöhten Risiko assoziiert zu sein. Der Verzehr von Waldbeeren konnte als Risikofaktor nicht bestätigt werden „.Zitat fuchsbandwurm.eu

Wichtiger als sich vor „versteckten Fuchsbandwürmern“ zu fürchten, ist es meiner Meinung nach, Abstand von toten Füchsen und vor Fuchskot (z.B. bei Besuchen von Füchsen im eigenen Garten, Stadtparks) zu halten; auch das regelmässige Entwurmen eigener Haustiere die draußen unterwegs sind scheint mir sinnvoll. Die Gefahr sich mit Wildkräutern mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren erscheint mir sehr gering.

Spannend, was man bei Wildkräutern oder sonstigen Schätzen aus der Natur alles bedenkt…. und wie bedenkenlos man im Vergleich dazu im Supermarkt zum glänzenden, sauberen, gründlich gedüngten und mit Pestiziden geschützten Gemüse greift – das teilweise sehr nah an der Autobahn wächst  🙂 🙂

 

Vielleicht hilft euch ja die Seite von Mundraub.org bei der Suche nach guten Ernteplätzen?

Ich wünsche euch unbeschwertes Erntevergnügen 😆

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.