Brennessel Urtica

Andere Namen:

Grosse Nessel, Hanfnessel, Nettel, Saunessel

Familie:

Brennnesselgewächse (Urticaceae)

Beschreibung:

Die Brennessel ist wohl eine der bekanntesten Pflanzen. Wahrscheinlich hat schon jeder Bekanntschaft mit ihren Brennhaare gemacht oder ärgert sich über das wuchernde Unkraut in seinem Garten. Aber die Brennessel ist auch eine wertvolle Heilpflanze. Sie steht vom Frühjar bis zum ersten starken Frost zur Verfügung. Sie wächst auf jedem Boden, mag Sonne bis Halbschatten und sät sich selbst aus. Gesamelt werden die jungen Blätter von März bis Oktober, die Wurzel im Frühling oder Herbst. Verwendet werden Blätter, Samen (können von Juni bis September geerntet werden) und die Wurzel. An ihren aufrechten, vierkantigen Stängel mit den gesägten, spitz zulaufenden Blättern ist sie leicht zu erkennen. Die Brennessel hat ein lange Liste an wertvollen Inhaltsstoffen: Kieselsäure, Gebstoffe, Histamin, Magnesium, Eisen, Kalium, Vitamin B, Enzyme und Hormone u.a.

 

in der Volksheilkunde
Die Brennessel wurde schon von Hippokrates zur Blutreinigung eingesetzt – das hat sich bis heute bewährt und ist inzwischen wissenschafltich nachgewiesen. Sie ist in der Volksheilkunde eine der wichtigsten Heilpflanzen zur Vermeidung von Blutarmut und Eisenmangel, vitalisiert die Leber, Bauchspeicheldrüse und unterstützt Magen, Darm und Galle. Sie wird auch bei Gicht und Rheuma empfohlen. Sie hilft den Körper zu entschlacken und hilft Giftstoffe aus den Muskeln, Gelenken und Blut auszuleiten. So gehört die Brennessel zu den wichtigen Kräutern bei einer Frühjahrskur.
in der Küche
Brennesselkücherl
Pro Person eine Handvoll frische Brennesselblätter, etwas Mineralwasser und 2 EL Maismehl, etwas gehackte Zwiebel, Salz und Pfeffer, Knoblauch nach Geschmack. Die Brennesselblätter fein schneiden und mit dem Wasser und Maismehl verkneten. Die Kücherl in heißem Fett ausbacken.

Brennesselspinat
600 g junge Brennessel, 1 Zwiebel, Salz, Pfeffer, 0.5 Tasse Sahne/Mandelmilch/Hafermilch, 1 EL Butter Die Brennesseln in eine Schüssel geben und zum Waschen mit kochend heißem Wasser übergießen, abtropfen lassen. Zwiebel in feine Würfel schneiden, in der Butter glasig dünsten. Brennesseln in feine Streifen schneiden und zu den Zwiebeln geben. Salzen und pfeffern, dünsten. Nach ca. 10 Min. alles mit dem Pürierstab zerkleinern und mit Sahne oder Alternative verfeinern.

für die Schönheit
Essenz aus Brennessel gegen Haarausfall
Fein gehackte Wurzeln in ein Schraubglas geben und mit Alkohol bedecken, 14 Tage ziehen lassen. Danach abfiltern und täglich in die Kopfhaut massieren.

Nutzung als Räucherwerk
Schon in der Antike galt eine Räucherung mit Brennessel als unheilabwehrend, sie hatte auch den Ruf vor Verhexung zu schützen. Heute wird sie bei Depression und Überforderung genutzt – sie hilft wieder einen „klaren Kopf“ zu bekommen.
für Tiere
Auch die Tierheilkunde kennt die Verwendung von Brennesseln. Samen und getrocknete Brennesselblätter im Futter kräftigen und sorgen für ein schnes Fell. Kühe geben mehr Milch und Hühner legen mehr Eier, wenn sie Samen im Futter haben.
Sagen & Legenden
Um die Brennessel ranken sich viele Geschichten und Legenden. Als antidämonisches Mittel schützt sie vor Blitzschlag (wo Brennessel stehen schlägt der Blitz nicht ein) und schützt auch das Vieh vor Verhexung. So werden heute noch in der Johannisnacht Büschel aus Brennessel in den Ställen aufgehängt und in der Walpurgisnacht ein Büschel Brennessel in den Mithaufen gesteckt und mit einem Stock geschlagen. Am Gründonnerstag werden Brennnessel gesammelt und zum Schutz vor Blitzschlag auf den Dachbodenaufgehängt. Die Brennnessel war früher eine der wichtigsten Faserpflanzen. Im ersten Weltkrieg wurden in Deutschland aus den Brennnesselfasern Stoff hergestellt, den so genannten Nesselstoff. Daraus wurden die Uniformen für Soldaten hergestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.